Galerie 2017: Firkin

Firkin aus Budapest heizten die Stimmung für das anschließende Feuerspektakel auf

Rückblick – Inklusion beim Elbhangfest

Rückblick Inklusion 2017

Rückblick Inklusion 2017

Den aktuellen gesamt­gesell­schaftlichen Heraus­forderungen zum Thema Inklusion stellte sich auch der Elbhangfestverein. mehr

Rückblick 27. Elbhangfest 2017:
Elbhangfest mit Schutzengel

Spätestens in diesem Jahr ist deutlich geworden, dass das Elbhangfest einen Schut­z­engel haben muss. Gleich zwei alte Bäume stürzten durch Sturmböen – zum Glück vor dem Fest und ohne dass Personen zu Schaden kamen. Denn der Schutzengel hatte dem Fest selbst endlich wieder einmal schönes Sommerwetter gebracht.

Leider war einer der gebrochenen Bäume nun ausgerechnet der »Engelbaum« des Loschwitzer Weihnachtsmarktes, der dem Ortsbild am Körnerplatz nun schmerzlich fehlt. Spontan bildete sich eine Loschwitzer Bürgerinitiative, um für einen neuen, schönen Baum Spenden zu sammeln, damit der Engel auch in diesem Jahr wieder hängen kann.

Auch die Festeröffnung am Sonnabend war eine besondere: Mit den Luther-Themen schloss sich der Kreis zur Festgründung im Umfeld des Wiederaufbaus der Pillnitzer Weinbergkirche und der Loschwitzer George-Bähr-Kirche. Ministerpräsident Stanislaw Tillich kam locker in Jeans und ohne Schlips und Jacket auf die Kirchenrampe, was den ebenfalls anwesenden OB von Wittenberg gleich veranlasste, sich seinerseits von diesen steifen Insignien offizieller Anlässe zu befreien. Er lud die Festgäste herzlich nach Wittenberg ein.

Die Landeshauptstadt und deren OB vertrat Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch, begleitet von Finanzbürgermeister Peter Lames. Der Vereinvorsitzende Volker Wenzel dankte der Landeshauptstadt und allen Sponsoren für die Unterstützung des Festes, die in einem besonders kreativen Umzug anschließend gleich Früchte trug.

Ob Schutzengel auch mit Geld umgehen können, ist nicht bekannt. Wenn das Stadtsäckel mit solchen unkalkulierbaren Risiken zu kämpfen hätte, wie es der Elbhangfest-Haushalt mit dem Wetter zu tun hat, müsste wohl auch im Rathaus eher gebetet als gerechnet werden. Zu den Schattenseiten der Festorganisation gehört, dass den gemeinnützigen Verein und seine Ehrenamtlichen dieses gewaltige finanzielle Risiko jedes Jahr wieder drückt.
Nun also endlich mal wieder eitel Sonnenschein, der auf ein ausgeglichenes Ergebnis hoffen lässt – für genaue Zahlen ist es einen Tag nach dem Fest (Redaktionsschluss) zu früh.

Der Motivation der Festmacher, von denen viele bis weit über die persönliche Schmerzgrenze nach dem Debakel des Vorjahres um den Erhalt des Festes gerungen haben, sollte dies gut tun. Der Dank vieler begeisterter Festbesucher möge dazu beitragen, angesichts der Vielzahl der gelungenen Veranstaltungen geht dieser besonders an das Organisationsteam um Geschäftsführerin Heike Reichel und Programmkoordinatorin Ulrike Schüler.

Dass der Schutzengel dem Fest bis zum Ende treu blieb, zeigte sich darin, dass er die sich ins Abschlusskonzert einschleichenden Regentropfen schnell wieder wegscheuchte und damit für den sich anschließenden fröhlichen Ausklang am Hang sorgte.
Holger Friebel

Spektakel 5

Spektakel 5

Das »Höllenspektakel« auf den Wachwitzer Elbwiesen

Verteufelt gutes Feuerspektakel

Rund 2.500 Gäste fanden sich auf den Wachwitzer Elbwiesen ein, um die Irish-Folk-Punk-Band »Firkin« und die anschließende Feuershow zu sehen, die durch still dahingleitende rote Segel des Segelclubs und diverse Flammenstöße aus den links und rechts der Bühne hängenden Teufelsmasken eingeleitet wurden.

Auf dem Weg in die »Hölle« waren den Besuchern schon diverse Teufel – am Fenster des Brunnenhauses, in liebevollen Feuerdekorationen auf den Tischen bis hin zu Ludwig Richters Teufel-Illustrationen am EHK-Presspunkt begegnet.
Das eigentliche Feuerspektakel begann mit Feuertänzern und dem Entzünden einer großen Holzkugel, deren Flammen bis nach Schluss in den Sommerhimmel loderten und mächtig Hitze abstrahlten.

Die dichter werdenden Feuerstöße aus den zwei Teufelsköpfen rechts und links der Bühne gipfelten im ersten großen Überraschungsmoment: Der »Selbstverbrennung« der beiden, bei der rasend schnell die bemalte »Haut« in Flammen aufging und eine maskenhaft lodernde grafische Skelettstruktur offenbarte. Die Teufel hatten sich wohl in Richtung Himmel verabschiedet, wo nun ein durch Flammenräder und Fontänen eingeleitetes Feuerwerk für weitere echte Gänsehaut­momente sorgte.

Ein feuriges Nachspiel war das Auseinanderbrechen der brennenden Kugel, wobei unter der Glut unter anderem auch zwei Hufeisen zutage kamen. Solten das nur Glücksbringer gewesen sein? Oder war es gar dem Elbhangfest-Verein gelungen, die zwei Bühnenteufel zu zähmen, indem er deren Hufe mit Eisen beschlagen ließ? Den tapferen Organisatoren um Jenni Lindner, die dieses Spektakel gegen viele Widerstände und »Bedenkenträger« zum feurigen Gelingen führten, wäre dies allemal zuzutrauen.
Holger Friebel

Lutherjahr

Lutherjahr

Das »Elbhang-Kirchenvolk« beim Elbhangfest-Umzug

Im Elbhangfest-Vorprogramm:
Podiumsdiskussion »Kirche im Dorf«

Die Podiumsdiskussion »Gehört die Kirche noch ins Dorf?« im leider nur mäßig besetzten Ortsamt Loschwitz – von Frank Richter geschickt moderiert – war opulent besetzt: Bäckermeister Andreas Wippler, Synodalpräsident Otto Guse, Bürgermeister Dr. Peter Lames, Pfarrer i. R. Dietmar Selunka, Regisseurin Annette Jahns, Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer.

Der Diskussion ging ein Impulsreferat von Christian Decker (Pillnitz) voraus, in dem mit emotionalem Selbstbewusstsein die jüngste Kirchen- und Kulturgeschichte und die Kirchgemeindesituation am Elbhang in Erinnerung gerufen wurden – im Blick auf »die drei Kirchen« (Pillnitz, Hosterwitz, Loschwitz), während die katholischen Gemeinden in Hosterwitz, Pillnitz und auf dem Weißen Hirsch unerwähnt blieben.

Das damit beschworene Bild charakterisierte eine gut funktionierende, gelebte »Volkskirche« – ein andernorts nicht mehr existierendes Auslaufmodell, das Annette Jahns aber unlängst noch im konservativ geprägten Süditalien erlebte. Dem stellten die Vertreter der sächsischen Kirchenleitung die Strukturprobleme der Ev.-Luth. Landeskirche gegenüber, die in den kommenden Jahren vorausschauend und solidarisch gemeistert werden müssen; angesichts des Rückgangs von ehemals 3,5 Millionen (nach 1945) auf heute 700.000 Gemeindeglieder – bei fast gleichbleibender Zahl von Kirchen und Gemeinden – wäre eine partielle »Leuchtturm-Strategie« ohne strukturelle und haushalterische Neuüberlegungen nicht verantwortbar.

Die damit verbundenen Einschnitte – auch am Elbhang, der keine »Insel der Seligen« sein sollte – wurden in der Diskussion heftig hinterfragt. Unter anderem wurde von »Gleichmacherei« und vom »Zusammensperren mehrerer Kirchgemeinden« gesprochen, während man eigentlich andere Denkmodelle erwartet habe. Vielleicht gelingt es dem Selbstbewusstsein der »Hanggemeinde«, die eigenen Stärken in den Blick zu nehmen – ein Blick, der durchaus auch einen überelbischen oder hochlandbezogenen Horizont (mit neuen Ufern!) haben könnte.

Am Loschwitzer Pfarrhaus hängt derzeit ein großes Transparent, auf dem Konfirmanden ihre eigenen »Thesen« formulieren. Dort ist von Milena zu lesen: »Versuche bei einem Streit, mit Kompromissen Frieden zu finden, und sei offen für die Meinung der Anderen«.
Dietrich Buschbeck

Festumzug-Splitter

Dem Auftakt-Posaunenchoral »Ein feste Burg ...« folgte Luthers Ermunterung »Nun freut euch, lieben Christen gmein …«, sodass das »Volk« auf die Eröffnungsrede des aus Wittenberg eingeflogenen Schirmherren Pfarrer Joachim Zirkler eingestimmt war.

Der hatte als angemessenen Geleitschutz den Wittenberger OB und das Hochzeitspaar Katharina und Martin mitgebracht. In dieser reformatorischen Elite war unser sorbisch-katholischer Ministerpräsident bestens aufgehoben, der erstmalig der Eröffnungsfeier (offiziel oder inoffiziell?) das i-Tüpfelchen aufsetzte. All das animierte den gut aufgelegten Festumzug-Moderator Peter Flache zu spritzig gereimten »Bilderklärungen« der vorbeifahrenden Festwagen, die zum Teil mit eigenen Worten und Perfomances noch eins draufsetzten.

So erfuhr man von Tetzel alias Rainer König, dass es die Reformation ohne den Ablasshändler gar nicht gegeben hätte. Und vielleicht hätten sich die Nonnenklöster von selbst dem Tanz ergeben (»wir können nicht anders«), wie das die »tanzenden Nonnen« aus zwei Dresdner Tanzclubs demonstrierten. Wie immer beschloss die »Duale Satire« den Umzug und heizte die Phantasie der Besucher mit der aktuellen Frage an: »Welche Thesen werden denn in 500 Jahren am Wachwitzer Fernsehturm deklamiert?«.
Dietrich Buschbeck

Paradies-Gärtlein vier Wochen länger

Die Elbhangfest-Kunstinstallation in den Pillnitzer Heckengärten darf in Abstimmung mit der Schlossverwaltung noch vier Wochen stehen bleiben. Holger Friebel

Elbkinderland mit Rolf Zuckowski

Elbkinderland mit Rolf Zuckowski

»Elbkinderland« mit Rolf Zuckowski

Liederfeuerwerk in Pillnitz

Alt und Jung, Groß und Klein, von hüben und drüben – alle waren begeistert vom Premierenprogramm, das Rolf Zuckowski gemeinsam mit drei Kinderchören am Sonnabendnachmittag auf der Bühne am Pillnitzer Bergpalais bot. Der bekannte Liedermacher, Schirmherr des Projektes Elbkinderland e. V., musizierte einfühlsam mit den Jüngsten und lobte dieses neue Land, das »…ohne Pässe, Ausweise und Polizei auskommt und … mit der Elbe verbindet, was lange genug getrennt war.«

Die Chöre aus Dresden-Loschwitz, aus der Partnerstadt Hamburg-Blankenese und dem tschechischen Melnik hatten schon Freundschaften geschlossen. Das spürten auch die vielen Zuschauer ringsum auf den Schattenplätzen. Ein großer Dank wurde der 88. Grundschule ausgesprochen, die für die Chor-kinder die Übernachtung organisierte. Die Hamburger boten dafür den Dresdnern eine Einladung in ihre Stadt an.

Hits des Programms waren beispielweise solche Lieder wie »Deutschland – deine Kinder« und »Wir sind die Kinder des Rock´n Roll«, wo besonders die anwesenden Großeltern in alter Erinnerung mitklatschen…
Sonja Bernstengel

Niederpoyritz ist eine Reise wert

Niederpoyritz ist nicht nur eine Durchgangsstation zwischen den Festorten Wachwitz und Pillnitz/Hosterwitz, sondern zunehmend ein Ziel zum Bleiben. Neben den altbewährten »Festspielorten« (u. a. Elbhangtreff. und Trödelmarkt) machen zunehmend von sich reden:

  • der »Instrumentenbau Neumann« mit seiner originellen, fast konkurrenzlosen »Gartenmusik«
  • die »naturfarbenwerkstatt« mit Exponaten und Vorführungen, die man in Dresden sonst nicht zu sehen bekommt
  • die einst hochwasser-gebeutelten »Gärten der Laubegaster Straße« (leider ohne Fähr-Anschluss) mit ihren internationalen Musikangeboten
  • die »Königliche Ausspanne« mit einer exquisiten Melange von Floristik, Bildergalerie, Kammermusik, Gastronomie und (wenn man Glück hat) unerkannt-illustren Gästen.

Dietrich Buschbeck

Plakat 2017 grün

Plakat 2017 grün

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